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Tutorial: Wie schleife ich Holzdielen ab? 🎀
Ein Traum 🎀:
Man kauft ein Haus, könnte sich natürlich auch schönes Fischgrätparkett vorstellen, weiß aber, dass irgendwann – unter vielen, vielen Schichten Laminat, Teppich, PVC-Boden und Spanplatten – Holzdielen zum Vorschein kommen.
Hervorragend! Denn das Abschleifen der alten Dielen, die zumeist braun daherkommen, weil mit sog. ‚Ochsenblut‘ lackiert, kostet auf ca. 90 Quadratmeter gerechnet nur ein wenig Zeit und ca. 500€ Materialkosten, beim Kaufen und Verlegen lassen des Fischgrätparketts kann auch schon mal schnell eine hohe vierstellige Summe fällig werden.Was also tun, um den alten Dielen zu neuem Glanz zu verhelfen – auch völlig ohne Vorkenntnisse im Handwerk?
Das erfährst du hier:
Maschinen kann man in Baumärkten, Holzfachmärkten oder bei speziellen Werkzeug- und Maschinenverleihern leihen (z.B. Boels)
Vorteil im Holzfachhandel: Man kann meist Schleifpapier, aber auch Lack oder Öl für das Holz gleich mitnehmen
Macken? Nicht weiter schlimm – ist ja selbst gemacht!
Wer solche Dellen vermeiden möchte, schiebt die Maschine erst schon mal ein wenig und stellt sie dann an oder hebt sie zu Beginn etwas an und setzt sie dann langsam schiebend ab.
Jetzt geht es los:
Bei unebenem Boden diagonal schleifen, bei gerade liegendem Holzparkett kann auch direkt längs geschliffen werden. Mit grobkörnigem Schleifpapier anfangen und dann immer feiner werden
– ganz einfach!
In die Ecken kommt man am besten auf den Knien und mit der Randschleifmaschine, die man ein wenig von links nach rechts bewegt.
Kleiner Tipp: an Stellen, an denen der Holzwurm zugeschlagen hat (wie auf dem Foto an den Rändern der Dielen), kann man die Randschleifmaschine auch punktuell nutzen, um die dunkleren, angegriffenen Stellen heller zu schleifen.
Dieses Gerät ist nicht mein Freund, daher gibt es auch kein gutes Foto 😉
Mir fiel es schwer, den Tellerschleifer gut zu halten und ihn sachte zu schwingen, er sorgt dafür, dass der Boden am Ende schön poliert wird; bei unseren alten Dielen auch ein Schritt, den man überspringen kann.
Bist du Team ölen oder Team lackieren? Ich steh wohl relativ alleine da, wenn ich sage, ich finde glänzende, lackierte Dielen schöner und weniger anfällig für Kratzer und Macken, die meisten ölen, da sie den natürlicheren Look lieben – ich nicht! 😉
Tadaaaa! 🎀
(Mit Fußleisten, z.B. Hamburger Profil übrigens später noch viel schöner!) -
Altbau-Projekt

Altbau von ca. 1880 🎀 Ich nehme euch heute mit auf eine kleine Tour durch unser Sanierungsprojekt: Ein Altbau aus dem 19. Jahrhundert.
Was gibt es zu tun?
Wir haben Glück: Das Dach wurde vor einigen Jahren gemacht, die Gasheizung dürfte auch noch einige Jahre halten. Im Dachgeschoss – geplant als Schlaf- und Arbeitszimmer – gibt es nichts zu renovieren, das 1. Obergeschoss ist ebenfalls abgeschlossen.
Im Erdgeschoss wartet allerdings eine Komplettbaustelle: Hier muss die Elektrik komplett erneuert werden (war noch zweiadrig), außerdem müssen die Dielen freigelegt und abgeschliffen werden, eine neue Küche und ein neues Bad müssen ebenfalls her.
Größter Kostenpunkt bei der Sanierung: Die Haustür wird erneuert und auch die Fenster werden komplett ausgetauscht (22 an der Zahl) und eine neuer Fassadenanstrich soll das Häuschen wieder zum Glänzen bringen.Kleinen Einblick in die Erdgeschoss Baustelle gefällig?
Ich nehme euch mit auf eine Tour: -
sooooo schönes Reihenhäuschen!

Reihenhaus, Baujahr 1963, unten mit neuer Tür 🎀 Sanierung: Entweder du hast Zeit oder du hast Geld…
…ich hatte eigentlich beides nicht 😅, trotzdem ist das Häuschen nach vier Jahren (so gut wie) fertig geworden. Ein paar Learnings aus vier Jahren Baustelle 💪:

Küche vorher und nachher 🎀
(Kostenpunkt der IKEA-Küche: 2500€-Schnäppchen)1) Hausbesitzerin sein = gutes Gefühl!
Nur ein Drittel der Immobilienkäufer, die alleine kaufen, sind weiblich. Strukturelle Ungleichheiten sorgen dafür, dass nur wenig alleinverdienende Frauen und sicherlich noch weniger alleinerziehende Mütter das Glück haben, sich eine Finanzierung zuzutrauen und sie auch bekommen. Wenn es denn klappt, wird man mit dem guten Gefühl belohnt, nicht wie im Mietverhältnis aufgrund von Eigenbedarf gekündigt werden zu können und jeden Monat mit dem Abtrag des Kredits einen kleinen Teil zur eigenen Altersvorsorge beigetragen zu haben.
2) Goodbye Perfektionismus – Willkommen gemütliche Baustelle!
Gerade bei einem alten Haus ist nie alles fertig – beim neuen wahrscheinlich auch nicht. Wozu also stressen?! Lieber auf den Prozess vertrauen und abwarten…Wir sind in das Haus eingezogen, als lediglich die Kinderzimmer fertig waren. Die Küche bestand noch zwei einhalb Monate aus einer Campingausstattung, bis die Gästetoilette fertig war, hat es knapp zwei Jahre gedauert. Macht nichts! Was an einem Haus noch verändert werden soll, welche Änderungen Priorität haben, merkt man sowieso am besten, wenn man darin wohnt. Meist hat ja auch vorher schon jemand in dem Haus gewohnt und über ihm oder ihr ist das Dach auch nicht zusammengebrochen, oder?
Der Garten – in der Pandemie ein Riesen Glücksfall 🎀 3) Feier den Kompromiss!
Na klar, wir wüssten alle wie wir ein Haus bei schier unerschöpflichem Budget stilvoll einrichten würden – keine Kunst! In der Regel sind die Ressourcen aber endlich. Die neue Haustür wäre aus Holz schöner? Sicher, aber die Kunststofftür in Holzoptik muss nicht gestrichen werden und bietet eindeutige Preisvorteile. Echtholzparkett in den Kinderzimmer wäre schöner als Laminat? Selbstverständlich, aber dafür ist das Laminat vielleicht in den ersten Jahren ein bisschen unempfindlicher. Sich nicht zu oft in die „Schöner Wohnen“-Möbel zu vergucken, unter denen „Preis auf Anfrage steht und sich nicht zu viel zu vergleichen, hilft!
4) With a little help from my friends…
Zur Wahrheit dazu gehört, dass ohne meine Eltern und Freunde das Haus wahrscheinlich immer noch nicht fertig wäre. Abrissarbeiten, Malerarbeiten oder Dielen schleifen sind Arbeiten, die sich auch ohne handwerkliches Geschick erledigen lassen und viel Geld sparen, spätestens bei Sanitär oder Elektrik kommt man aber ohne Know how schnell an seine Grenzen. Umso schöner, wenn dann Hilfe naht oder jemand zumindest einen netten Handwerker-Kontakt in petto hat.
Kinderzimmer (mit Laminatboden 😉 🎀 -
sooooo schön!
Erinnere Dich an eine Situation in deinem Leben, die nur mit der Farbe GRAU treffend beschrieben werden kann. An einen Alltag, in dem sich ein Tag zum Verwechseln ähnlich an den anderen reiht und sich nichts verändern will, außer Deinen Pflichten – die variieren ein wenig, denn sie werden stetig mehr. An Momente, in denen Du keine Zeit hast, Dir die Fragen zu stellen „Was mache ich heute Schönes? Worauf freue ich mich? Wie gefällt es mir?“ und stattdessen überlegst: „Wie soll ich das nur alles schaffen?“
Mit ein wenig Glück kommt dann jemand auf Dich zu und stellt Dir diese Fragen, muntert Dich auf und in dieser Begegnung liegt gewiss menschliche, immaterielle Schönheit. Manchmal bist Du aber auch die einzige Person im Raum, die sich diese Fragen stellen kann und dann ist es an Dir, in dieser Welt, in der wir nicht alles kontrollieren können, einen kleinen begrenzten Raum, ein kleines Zeitfenster zu schaffen, das für Dich Schönheit bedeutet.
Ist das nicht zynisch, in Anbetracht des Leids direkt um uns herum und auf der Welt, sich hedonistisch dem zweckfreien Genuss im Moment zu verschreiben? Ist es nicht oberflächlich, sich an der äußeren Hülle zu erfreuen – an einer Farbe, einem originellen Muster, einem weichen Stoff -, ohne, dass ein tieferer Sinn dahinter läge oder eine hehre Absicht, die Gessellschaft ein klein wenig besser zu machen? Letzteres sollten wir zweifelsohne beharrlich und mit all unserer Kraft weiter tun, schaffen es aber nur, das hat uns nicht zuletzt die Pandemie gezeigt, wenn wir die Freude, den Genuss und das zweckfreie Spiel, schlicht DAS SCHÖNE nicht aus den Augen verlieren.
Dabei ist Schönheit nichts, das in der Deutungshoheit Einzelner läge und schon gar nicht als Mittel der Distinktion, nie zur Abwertung anderer dienen sollte. Schönheit ist genauso so subjektiv und individuell wie sie gleichzeitig auch nicht im luftleeren Raum stattfinden kann, da wir als soziale Wesen früher oder später auch immer das Bedürfnis haben, gesehen und anerkannt zu werden.
Diese Anerkennung sollten wir uns zuvorderst an jedem Tag selbst zuteil werden lassen, in dem wir den Rahmen unserer Möglichkeiten, in dem wir uns das Leben erschaffen, das wir sooooo schön! Finden, immer weiter ausdehnen, sei es bei der Frage, wie wir leben, lieben, wohnen, arbeiten, reisen oder essen…und davon handelt dieser Blog.

