sooooo schön!

Erinnere Dich an eine Situation in deinem Leben, die nur mit der Farbe GRAU treffend beschrieben werden kann. An einen Alltag, in dem sich ein Tag zum Verwechseln ähnlich an den anderen reiht und sich nichts verändern will, außer Deinen Pflichten – die variieren ein wenig, denn sie werden stetig mehr. An Momente, in denen Du keine Zeit hast, Dir die Fragen zu stellen „Was mache ich heute Schönes? Worauf freue ich mich? Wie gefällt es mir?“ und stattdessen überlegst: „Wie soll ich das nur alles schaffen?“

Mit ein wenig Glück kommt dann jemand auf Dich zu und stellt Dir diese Fragen, muntert Dich auf und in dieser Begegnung liegt gewiss menschliche, immaterielle Schönheit. Manchmal bist Du aber auch die einzige Person im Raum, die sich diese Fragen stellen kann und dann ist es an Dir, in dieser Welt, in der wir nicht alles kontrollieren können, einen kleinen begrenzten Raum, ein kleines Zeitfenster zu schaffen, das für Dich Schönheit bedeutet.

Ist das nicht zynisch, in Anbetracht des Leids direkt um uns herum und auf der Welt, sich hedonistisch dem zweckfreien Genuss im Moment zu verschreiben? Ist es nicht oberflächlich, sich an der äußeren Hülle zu erfreuen – an einer Farbe, einem originellen Muster, einem weichen Stoff -, ohne, dass ein tieferer Sinn dahinter läge oder eine hehre Absicht, die Gessellschaft ein klein wenig besser zu machen? Letzteres sollten wir zweifelsohne beharrlich und mit all unserer Kraft weiter tun, schaffen es aber nur, das hat uns nicht zuletzt die Pandemie gezeigt, wenn wir die Freude, den Genuss und das zweckfreie Spiel, schlicht DAS SCHÖNE nicht aus den Augen verlieren.

Dabei ist Schönheit nichts, das in der Deutungshoheit Einzelner läge und schon gar nicht als Mittel der Distinktion, nie zur Abwertung anderer dienen sollte. Schönheit ist genauso so subjektiv und individuell wie sie gleichzeitig auch nicht im luftleeren Raum stattfinden kann, da wir als soziale Wesen früher oder später auch immer das Bedürfnis haben, gesehen und anerkannt zu werden.

Diese Anerkennung sollten wir uns zuvorderst an jedem Tag selbst zuteil werden lassen, in dem wir den Rahmen unserer Möglichkeiten, in dem wir uns das Leben erschaffen, das wir sooooo schön! Finden, immer weiter ausdehnen, sei es bei der Frage, wie wir leben, lieben, wohnen, arbeiten, reisen oder essen…und davon handelt dieser Blog.

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